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Demut – die vergessene Tugend (Teil 1)

von Andi

Ich habe heute angefangen, das Buch von Wayne A. Mack über Demut zu lesen. In diesem Beitrag werde ich meine Entdeckungen mit euch teilen. Das Thema interessiert mich deshalb, weil es so unpopulär ist und ich gerne demütiger werden möchte. Interessanterweise ist es oft so, dass man Stolz bei anderen als negativ empfindet, aber bei sich selbst nicht erkennt. Ich bin gespannt, was ich durch die Lektüre lernen werde. Und falsch, plakative Demut vor Menschen ist auch nix – also aufpassen…

3 Aspekte von Demut

Der Autor selbst nennt 3 Aspekte, die er in dem Buch behandeln will (Seite 20):

  1. Definition von Demut
  2. Wie Demut sichtbar wird
  3. Wie man Demut entwickeln kann

Meine Fragen vor der Lektüre

  • Was ist wahre Demut?
  • Warum ist Stolz negativ und welche Konsequenzen hat Stolz?
  • Wem gegenüber soll ich “demütig” sein?
  • Wie entwickle ich eine gesunde Demut, ohne dadurch lebensunfähig zu werden? Geht das überhaupt?
  • Wie vermeide ich falsche Demut? Was ist das überhaupt?
  • Was hat Demut bzw. Stolz mit meiner Beziehung zu Gott zu tun, und wie verändert sich diese, wenn ich an dem Thema arbeite?
  • Was ist der Vier-E-Ansatz, von dem der Autor in seiner Einleitung spricht?

Einleitende Gedanken: Stolz und Demut

Wayne Mack zitiert zwei hochkarätige Schriftsteller, um die Bedeutsamkeit dieses Themas zu untermauern: Spurgeon und C. S. Lewis. Spurgeon sagte:

“Dieser Dämon ‘Stolz’ wurde mit uns geboren und wird nicht eine Stunde vor uns sterben. Er ist so stark mit dem Geflecht unseres Charakters verwoben, dass er sich erst dann von uns trennt, wenn wir in unser Leichentuch gehüllt werden.”

Spurgeon, zitiert in “Demut – die vergessene Tugend” von Wayne A. Mack, Seite 11, ohne Quellenangabe

Wichtig finde ich auch folgendes Bibelzitat, das ebenfalls in der Einleitung zitiert wird und als Motto für das Buch dienen kann:

“Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.”

Die Bibel in Jakobus 4, 6 und 1. Petrus 5, 5 (Jakobus und Petrus zitieren hier Sprüche 3, 34)

Jesus war demütig, deshalb sollen wir es auch sein. Aber: Jesus war keine schwache Persönlichkeit. Das eine hat mit dem anderen also nichts zu tun!

Statement des Autors

Übrigens ist mir der Autor sympatisch. Er schreibt:

Du wirst bei Lesen bestimmt einige Fehler finden, denn ich hatte keine Eingebung wie die biblischen Autoren. Vielleicht ist dir auch der Stil nicht brillant genug. Bitte gib mir die Schuld an allem, was an diesem Buch negativ ist, und die positiven Sachen schreibe diesen lieben Menschen zu, die mir geholfen haben.”

Wayne A. Mack, Seite 12

Das könnte auch ein Motto meiner Website werden. 🙂 Aber jetzt geht es los, Kapitel 1:

Kapitel 1: Die Bedeutsamkeit der Demut

Wayne Mack zitiert John Bunyan, der in seiner “Pilgerreise” das “Tal der Demut” erwähnte, in dem sich Christen von Zeit zu Zeit wiederfinden. Er definiert dieses Tal der Demut wie folgt:

“Das Tal der Demut steht für die erniedrigenden Erfahrungen, die Gott in unserem Leben zulässt, um die Sünde des Stolzes auszulöschen und uns zu helfen, göttliche Demut zu entwickeln.”

Wayne A. Mack, S. 15

Aah, das könnte ein Trost sein, wenn ich mich mal wieder in so einem Tal befinde… Im Buch werden Beispiele aufgezählt von Menschen, die sich in einem solchen Tal befanden und in der Folge Vorbilder von Demut wurden:

  • Abraham
  • Joseph
  • Mose
  • David
  • Jeremia
  • Hosea u.a.

Die Bedeutsamkeit der Demut im Leben eines Christen wurde schon von Augustinus betont, der diese als wichtigste Eigenschaft im Leben eines Christen bezeichnete. Woher wissen wir, dass Demut wichtig ist?

  1. Weil die Bibel uns häufig dazu auffordert.
  2. Weil die Bibel uns ermahnt, uns vom Stolz zu befreien und uns vor dessen ernsten Folgen warnt.
  3. Weil Gott verspricht, diejenigen zu segnen, die demütig sind.

Gottes Absichten mit uns im Tal der Demut

Warum führt Gott uns ins Tal der Demut?

  1. Weil Gott Stolz hasst und Demut sehr hoch schätzt.
  2. Weil wir für den Stolz so anfällig und gegen die Demut so abgehärtet sind.
  3. Weil Gott unseren Glauben prüfen und festigen will.
  4. Weil wir dadurch lernen, uns stärker auf Gottes völlig ausreichende Gnade zu verlassen.

Was ist Demut?

Wayne Mack definiert als Kontrast zunächst das Gegenteil von Demut, den Stolz:

“Stolz zeigt sich darin, dass wir die Ehre, Vorrechte, Privilegien, Rechte und Macht uns selbst zuschreiben und für uns selbst beanspruchen, die Gott allein zustehen. Folglich ist er die Wurzel und der Kern der Sünde und ist im Grunde nichts Anderes als Götzendienst der eigenen Person. Ein stolzer Mensch hat sich selbst auf Gottes Platz gesetzt.”

Wayne A. Mack, Seite 21

Daraus abgeleitet folgt die Definition von Demut:

“Demut ist demnach eine Grundhaltung, bei der wir unsere persönliche Bedeutungslosigkeit und Unwürdigkeit vor Gott erkennen und Ihm höchste Ehre, Lob, Vorrechte, Rechte, Privilegien, Anbetung, Hingabe, Macht, Unterordnung und Gehorsam zuerkennen, die Er allein verdient.”

Wayne A. Mack, Seite 21

Das ist radikal, muss ich hier denken… deshalb habe ich “vor Gott” fett markiert, denn vor Menschen möchte ich eigentlich nicht als bedeutungslos gelten, und ich denke, das ist auch nicht so gemeint… bin gespannt, ob sich meine Meinung bei der weiteren Lektüre ändern wird… Ah ja, er erläutert diesen Gedanken weiter:

Vier Erläuterungen zur Definitionen von Demut

  1. Ein wirklich demütiger Mensch ist sich stets bewusst, wie bedeutungslos er von Natur aus im Vergleich zu Gott ist.
    Gott ist der Schöpfer und wir sind seine Geschöpfe.
    Kommentar: Das erfordert die Erkenntnis, wie groß und mächtig Gott ist…
  2. Ein wirklich demütiger Mensch hat ein beständiges Gefühl der moralischen Bedeutungslosigkeit und Sündhaftigkeit im Vergleich zu Gott.
    Kommentar: das erfordert die Erkenntnis über den Charakter, die Liebe und Gerechtigkeit Gottes… einem guten Gott ordne ich mich gerne unter.
  3. Ein Mensch, der wirklich demütig ist, hat eine theozentrische Denkweise.
    Nicht sich selbst verehren, sondern Gott, Gott ist der Mittelpunkt.
  4. Eine Person, die wirklich demütig ist, gesteht Gott Ehre, Lob, Rechte und Privilegien zu.
    Erkennen, dass Gott der Ursprung, die Grundlage und das Ziel aller Dinge ist. Ich darf alles im Leben zur Ehre Gottes tun!

Das war Kapitel 1, und der Autor zeichnet ein klares Bild von Demut, ein Bild dem niemand von uns aus eigener Kraft gerecht werden kann. Die dem Kapitel folgenden Fragen zur Anwendung unterstreichen aber, dass es sich lohnt, weiter zu lesen, hier sind 3 davon:

Fragen zur Anwendung

  • Wie häufig denkst du an dich selbst und daran, dass andere dir dienen, dich respektieren und dir gefallen sollten?
    Kommentar: Stimmt, das tun wir oft, und daraus resultiert viel Frust.
  • Wie oft kritisierst, verurteilst oder bestrafst du andere – wenn sie dich nicht respektieren oder dich nicht zufriedenstellen – dafür, dass sie dich nicht so behandeln, wie du es “verdienst”?
    Kommentar: das will ich nicht tun, und das lieben wir auch nicht an anderen. Also werde ich weiterlesen, um zu erforschen, wie ich Demut lernen kann.
  • Wie oft denkst du darüber nach, wie du anderen dienen, sie zufriedenstellen oder ermutigen kannst?
    Kommentar: Das möchte ich öfters tun, weil es Freude macht!

Kapitel 2: Demut Gott gegenüber

Folgt demnächst.

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