Am 6.9.25 ist Rick Davies gestorben. Er war 81 Jahre alt. Die besten Songs von Supertramp waren von ihm, und ich habe sie gerne gehört. Seine Songs waren nicht so eingängig wie die von Roger Hodgson, dafür aber mit Langzeitwirkung. Ich habe in meinen Notizen einen alten Flyer von CLV über Supertramp gefunden, was mich dazu inspiriert hat, diesen Artikel zu schreiben.
Die Texte – Flucht in die Innerlichkeit
Nach der Kulturrevolution der 1960er Jahre brachten die 1970er und frühe 1980er der Rockmusik eine Flucht in die Innerlichkeit, ein wehmütiger Rückzug in die Gefühlswelt. Ein Beispiel: Put on your old brown shoes (1982):
„Du und ich, wir sind hilflos, siehst du’s nicht? Wir müssen weg hier, müssen weiterreisen, den nächsten Zug nehmen. Und den Rest unseres Lebens werden wir frei sein.“
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Sehnsucht nach Freiheit, nach dem kleinen Glück ist die eine Seite von Supertramp.
Die Texte – von einer Illusion in die andere
Die andere Seite von Supertramp ist die Flucht vor der Enttäuschung durch politische, philosophische und musikalische Pseudo-Messiasse. Sie erkannten: Letztlich ist das oft nur ein blindes Rennen von einer Illusion in die andere. Auf „Waiting so long“ kommt das ganz gut heraus: „The Blindness goes on“:
„Hast du alles bekommen, was du wolltest?
hast du die ganze Show gesehen?
Aber wo ist dann der Spaß, den wir früher gekannt haben?
Während die Erinnerungen verblassen und am Horizont verschwinden
wünschte ich mir, diese alten Tage würden zu dir zurückkommen.
Ich warte schon so lange, ich fühle mich nicht so stark.
Hast du gesagt, was du meintest?
Meinst du, was du sagst?
Was diese neue Szene betrifft, ist das wirklich der Weg?
Aber die Blindheit hält an, die Blindheit hält an.
Du sagst, es ist nicht so, aber was weißt du schon?
Es gibt nichts Neues, es ist einfach dieselbe alte Story,
und ich muß wieder diese alten Trauerlieder singen.
Zornige Musik, Worte von Feuer, bemalte Gesichter voller Wut,
aber selbst dann klingen sie so müde. (…)
Ja, ich warte schon so lange Zeit, einfach auf etwas, was wahrhaftig klingt.
Jetzt werde ich lieber den alten Wein probieren, als mich mit etwas Neuem herumzuärgern.
Und die Blindheit hält an,
die Blindheit hält an.
Waiting so long (Supertramp 1982, aus dem Album „Famous last words“)
Dieser Text bewegt mich schon sehr. Wie traurig, dieser Ruf: „Ich warte schon so eine lange Zeit auf etwas, was wahrhaftig klingt. Jetzt werde ich lieber den alten Wein probieren“ – und die Blindheit hält an. NEIN, möchte ich euch zurufen, das muss nicht sein. Es gibt doch den „neuen Wein“, es gibt doch etwas Wahrhaftiges.
Supertramp – es ist etwas nicht in Ordnung – „Crazy“
Ja, im Song „Crazy“ bringt es Supertramp auf den Punkt: Das Heil liegt nicht in uns selbst, nicht in der Flucht vor der Realität:
„Denn es scheint nämlich, dass die Situation ernst wird.
Richtig, wenn du gewinnst, falsch, wenn du verlierst.
Nun, es ist etwas nicht in Ordnung, aber nichts wird getan.
Es ist sinnlos, auf einen Platz an der Sonne zu warten.
Denn etwas ist zur Zeit nicht in Ordnung.
Kann mit mir etwas nicht in Ordnung sein?
O Bruder, warum muss es so verrückt sein…
O, etwas ist mit mir nicht in Ordnung.
O Bruder, warum muss es so verrückt sein.
aus: „Crazy“ (Supertramp 1982)
Solange wir nur um uns herum Rundschläge ausführen, werden wir dadurch noch nicht geheilt, und wenn wir falsche Führer und Vorbilder als blinde Verführer entlarven, werden wir davon noch lange nicht selbst sehend. Zuallererst müssen wir uns selbst demaskieren:
Crime of the Century – das darf nicht wahr sein: – ich bin es!
Denn du und ich, wir ganz persönlich, stecken hinter dem Bösen in der Welt, das wir so gerne anprangern. In dem Song „Crime of the Century“ ist das genial vertont:
„Jetzt planen sie das Verbrechen des Jahrhunderts,
nun, was wird es sein?
Lest alles über ihre Pläne und Machenschaften,
es lohnt sich wirklich.
So kommt her und seht,
wie sie das Universum vergewaltigen.
Wie sie vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreiten.
Wer sind diese Männer voller Lust, Gier und Ehrsucht?
Reißen wir ihnen die Masken ab, wir wollen es sehen!
Aber – das ist nicht wahr – o nein, was ist los?
Du bist es, und ich bin es.
Das darf nicht wahr sein!!“
aus: „Crime of the Century“ (Supertramp, 1974)
Ich bin es. Das ist die Diagnose. Du und ich, wir alle, wir benötigen Vergebung und etwas, was außerhalb von uns liegt: ein neues Leben. Beides finden wir in der Botschaft von dem oft verkannten, falsch zitierten und denunzierten Jesus der Bibel. Leider wird das so oft durch menschengemachte Dogmen und hinzugefügte Lehren verwässert. Das ist kein theoretisches Gerede, sondern erfahrene Realität. Gott kann uns aus dieser von Supertramp erkannten Blindheit und dem Egoismus herausführen und uns neues überströmendes Leben geben. Darum geht es auf dieser Website.
„Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr durstig sein. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle werden, die unaufhörlich fließt, bis ins ewige Leben.“
Jesus zu einer Frau am Jakobsbrunnen (Johannes 4, 14)
Good bye, Rick Davies. Ich wünsche mir so sehr, dass du die Lösung in deinem Leben noch gefunden hast.
Quellenhinweis: Einige Hinweise zu den Songs kommen aus einem alten Flyer (1987) von CLV „Supertramp – and the blindness goes on…“.
Bildquellen / Image Sources
- Supertramp_-_Rick_Davies_(1979).png: Wikimedia (Creative Commons)
