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Christine Caine: Der kämpferische Glaube

Starke Frauen im Christentum heute: Folge 02

von Andi
Ein Porträt von Christine Caine, einer christlichen Rednerin und Aktivistin, Gründerin von A21, einer Organisation, die sich gegen Menschenhandel engagiert.

Hier ist mein zweiter Teil über starke Frauen, die wir hören sollten. Motiviert von ihrem Buch „Undaunted“ (Unerschrocken), das ich gerade fertiggelesen habe, widme ich Teil 2 Christine Caine.

Warum lohnt es sich, sie kennenzulernen?

Was, wenn deine Geschichte mit Missbrauch, Ablehnung und Angst beginnt – und Gott dich trotzdem ruft, Hoffnungsträger*in zu sein? Christine Caine ist eine Frau, die durch Schmerz hindurch zu einer Stimme für Heilung, Berufung und Gerechtigkeit geworden ist: Unerschrocken, kämpferisch.

Ihre Worte treffen mich ins Herz – kraftvoll, ehrlich, und voller Erwartung, dass Gott heute noch wirkt. Sie ist ein Beweis dafür, dass Gott heilt, befähigt, beruft und ermächtigt. Sie glaubt nicht nur das Evangelium, sondern lebt es.

Wer ist Christine Caine?

Christine Caine ist eine australische Autorin, Evangelistin, Aktivistin und Gründerin mehrerer internationaler Organisationen. Gemeinsam mit ihrem Mann Nick gründete sie die Bewegung A21, eine globale Initiative gegen Menschenhandel, sowie Propel Women, ein Netzwerk zur Stärkung von Frauen in ihrer Berufung.

Aufgewachsen ist Christine als Kind griechischer Einwanderer in Australien. Sehr spät erfuhr sie, dass sie adoptiert wurde. Ihre Recherchen ergaben lediglich, sie sei die „Nummer 2506 aus dem Jahr 1966“ und war „nicht gewollt“.

Sie erlebte sexuellen Missbrauch in der Kindheit. Viel Grund, um verbittert zu werden. Stattdessen aber entwickelte sich in ihr ein tiefes Vertrauen in Gottes Kraft – und eine unerschütterliche Leidenschaft, anderen zu helfen, ebenfalls frei zu werden von den Fesseln der Vergangenheit.

Ihre Botschaft: Von Gott geliebt, um zu lieben

Christine erzählt ihre Geschichte in dem Buch „Der Angst keine Chance“ (engl.: Undaunted). Sie erzählt, wie Gott sie in Freiheit geführt hat. Ihre Erfahrungen gelten auch für dich auf deinem Weg zu Jesus hin. Vielleicht bist du noch irgendwo zwischendrin, oder du hast schon alle diese Schritte erlebt: Christine Caine beschreibt es so:

„Am Straßenrand steht Jesus, der mit seinem Kreuz die Kluft zwischen der Welt der Dunkelheit und der Welt des Lichts und der Freiheit, der Wahrheit und der Liebe überbrückt.

  • Denn als wir noch ungeliebt waren, hat Gott uns schon geliebt (1. Johannes 4, 19).
  • Ehe wir von jemandem erwählt werden konnten, hat Gott uns schon erwählt (Epheser 1, 4).
  • Als wir zerbrochen und kaputt waren, Bitterkeit und Schuldzuweisungen unser Leben bestimmten, machte Gott uns heil und zeigte uns, welch ein Fest es ist, zu vergeben (Kolosser 2, 13).
  • Als wir keine Hoffnung hatten, wurde Gott unsere Hoffnung (1. Petrus 1, 3).
  • Als wir zu beschäftigt mit unseren eigenen Angelegenheiten waren, unterbrach Gott unseren Alltag, um uns zu zeigen, was ewigen Wert hat (Lukas 15).
  • Als wir verloren waren, fand Gott uns, rettete uns und zeigte uns, dass seine Gnade und Gerechtigkeit siegen werden (Lukas 4, 17-21; 1. Petrus 2, 24).
  • Als wir enttäuscht waren, hat Gott uns Kraft gegeben, um uns zu zeigen, wie aus Enttäuschungen ein göttlicher Auftrag werden kann (Johannes 6, 24-35).
  • Als wir Angst hatten, gab Gott uns Mut, stand uns bei und zeigte uns, wie wir die Dunkelheit mit seinem Licht erhellen können (Johannes 1; 8, 12).
  • Als unser Weg schwierig wurde, zog uns schob und trug Gott uns, damit wir andere ziehen und schieben und tragen können (Matthäus 28, 18-20; Jesaja 53, 4-5).

Christine Caine, aus: „Der Angst keine Chance“, Gerth Medien 2016 (orig.: Undaunted), S. 246-247

Im Kampf gegen den weltweiten Menschenhandel: A21

2007 gründete sie mit ihrem Mann Nick A21, eine Organisation, die sich ganzheitlich um Opfer von Menschenhandel kümmert und Präventionsarbeit leistet. Inzwischen arbeitet A21 an 19 Standorten in 14 Ländern. Obwohl alle Berater ihr davon abrieten, in diese Arbeit einzusteigen, wagte sie den Schritt im Vertrauen darauf, dass Gott in den Schwachen mächtig ist. Aus der Vision von A21 spricht diese Hoffnung, dieser Mut und dieses kämpferische Gottvertrauen, das Christine Caine ausmacht:

„Uns treibt eine radikale Hoffnung, dass der Kreislauf des Menschenhandels durchbrochen werden kann.“

„Wir glauben, dass in einem einzigen Moment aus einer Zahl ein Name, aus einer Tragödie ein Sieg und aus Glauben Taten werden.“

„Unsere Lösung: Ein Leben nach dem anderen. So beenden wir die Sklaverei.“

aus: Website von A21 (abgerufen am 3.7.2025)

Im Bewusstsein der eigenen Schwäche

Sie weiß, dass die Aufgabe, die sie sich vorgenommen hat, im Angesicht des überwältigenden Leids viel zu groß für sie und ihre Organisation A21 ist. Deshalb setzt sie ihr Vertrauen ganz auf Gott:

„Verzweiflung ist ein Geschenk. Denn dann weißt du, dass du nicht das hast, was nötig ist. Wenn du weißt, dass du nicht klug genug, nicht talentiert genug, nicht gebildet genug, nicht ressourcenreich genug oder nicht gut vernetzt genug bist, dann weißt du, dass du Gott brauchst. Wir waren also vom ersten Tag an auf den Knien und sind es auch weiterhin jeden Tag.“ … „Meine Schultern sind nicht breit genug, um diese Last alleine zu tragen. Ich muss sie auf die Schultern dessen legen, der diese Last auf Golgatha getragen hat. Das ist es, was das Gebet bewirkt, es sagt Gott: Ich kann diese Last nicht tragen, ich muss sie dir zurückgeben.“


(Im Original: „Desperation is a gift. Because you know then that you don’t have what it’s take. When you know that you’re not smart enough, or talented enough, or educated enough, or resourced enough, or connected enough, you know you need God. So we were down on our knees from day one and we continue to be down on our knees every day.“ … „My shoulders are not broad enough to carry this by myself. I have to put it on the shoulders of the one that bore the burden of this at Calvary. That’s what prayer does, it says: God I can’t carry it, I have to give it back to you.“)

aus ihrem Vortrag „Prayers for Breakthrough and Prayers to Fight Evil“ (Min. 8:28 bis 8.45 und 10:16 bis 10:27)

Glaube ist Bewegung, nicht Stillstand

Aufgrund ihrer persönlichen Geschichte spricht sie oft über Vergebung und Heilung:

„Du kannst nicht heilen, was du nicht zugeben willst. Aber wenn du Licht in die Dunkelheit bringst, beginnt der Sieg.“

Christine Caine, aus: „Der Angst keine Chance“, Gerth Medien 2016 (orig.: Undaunted)

Sie ruft uns dazu auf, aufzustehen – für andere, für Gerechtigkeit, für das Evangelium. Ihr Lebensstil ist geprägt von dem Vertrauen, dass Gott durch gebrochene Gefäße seine Herrlichkeit sichtbar macht.

Unerschrocken: Was wir von Christine Caine lernen können

Was mich an Christine Caine inspiriert, ist ihr Mut und ihr kompromissloses Vertrauen in Jesus. Gott hat sie aus tiefer Dunkelheit und Angst herausgeführt und freigesetzt für einen weltweiten Dienst. Sie ist nicht nur auf Konferenzen sichtbar, sondern auch mitten im Leid der Welt: in Flüchtlingslagern, bei Gerichtsprozessen gegen Menschenhändler, in kleinen Kirchen und großen Stadien.

Sie steht für eine Theologie der Hoffnung mit den Füßen auf der Erde und dem Blick auf Christus. Und sie erinnert uns: Gott beruft nicht die Qualifizierten – er qualifiziert die Berufenen.


Weiterführende Ressourcen

Hör dir Christine Caine an:

Suche in Youtube nach „Christine Caine Deutsch“, und du findest Vorträge von ihr mit deutscher Übersetzung, z.B.:

Lass dir von Angst nicht deine Bestimmung rauben

Wenn du diesen Link anklickst kommst du zu Youtube. Dort wird (wie immer) dein Klickverhalten gespeichert.

Ressourcen im Internet:

Ihre Bücher

Impuls für dich

Wo steckst du im Leben fest, wo du eigentlich in Bewegung kommen solltest? Was hält dich zurück?Christine Caine würde dir zurufen:

„Du bist nicht, was dir passiert ist. Du bist, was Gott über dich sagt.“

Hier geht es zu Folge 01 meiner Serie „Starke christliche Frauen heute: Rebecca McLaughlin: Eine Stimme für den christlichen Glauben im 21. Jahrhundert

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